Heute schon geschwenkt?

Im Saarland, im Hunsrück und in der Pfalz wird diese Frage während der Grillsaison (also ganzjährig) vermutlich mit einem verwunderten Kopfnicken oder schlicht mit "Jo" beantwortet werden. Schließlich gilt: "Ich schwenke, also bin ich." Schwenkgrills, ob als Dreibeingrill, Galgengrill oder Grillstation, gehören schlicht zum Landschaftsbild. Und auf den Schwenker kommt der Schwenker, damit der Schwenker schwenken kann.

Wem jetzt der Kopf schwankt: Schwenker ist sowohl der Schwenkgrill als auch der Grillmeister als auch das Grillgut, und letzteres wird, genau, geschwenkt. Alles ganz einfach, also. Aber natürlich eignet sich ein Schwenkgrill nicht nur zur Zubereitung von marinierten Schweinesteaks – der klassische Schwenkbraten – sondern für jedes Grillgut, entsprechend ausgerüstet sogar für Rollbraten, Spießbraten und Hähnchen. 

Ein Schwenkgrill geht um die Welt

Die Ursprünge des Schwenkgrillens liegen im Dunkeln. Genauer gesagt: Im Bergbau. Der Schwenkgrill ist eine original saarländische Erfindung, erstmals gebaut und eingesetzt von den Grubenarbeitern im Saarland. Und mittlerweile finden Schwenkgrills über das ursprüngliche Verbreitungsgebiet hinaus mehr und mehr Freunde in der ganzen Welt. Kein Wunder, denn der Schwenker hat unbestreitbare Vorteile: Das Grillgut wird beim schwenken und drehen des Grillrosts gleichmäßig gegart, es kommt nicht zu punktueller, übermäßiger Hitzeeinwirkung. Und die Bedienung des Schwenkgrills ist die perfekte Verbindung von Kontemplation und Kommunikation, das harmonische Wechselspiel von konzentriertem Schwung und entspanntem Plaudern. Jo.

Buchen sollst du suchen

Vor Eichen sollst du weichen. Beim Gewitter ist das kompletter Blödsinn, beim Schwenkgrill in der Tat guter Rat. Wird der Schwenker statt mit Holzkohle nach ursprünglicher Art mit Holz befeuert, eignet sich nicht jede Holzsorte gleichermaßen als Brennstoff. Eiche ist hier keine gute Wahl, auch Fichte, Tanne und andere Nadelhölzer verbieten sich, da sie dem Grillgut einen unangenehm verfälschenden Eigengeschmack verleihen können. Mit Buche oder Obstbaum als Grillholz ist man stets auf der sicheren Seite, zumal diese Hölzer exzellente Brenneigenschaften besitzen. Es versteht sich von selbst, dass lackiertes, imprägniertes oder sonstwie behandeltes Holz unter keinen Umständen beim Schwenkgrillen Verwendung finden sollte, genauso wenig wie chemische Anzündhilfen oder Benzin.

In der Region vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht bei schönem Grillwetter das Aroma von frisch Gegrilltem wahrnehmen kann. Dann wird gesagt: "Lo riecht et es wirra jemand wat am brore." Was soviel heißt wie: "Dort riecht es als sei jemand wieder etwas am grillen". Und so soll es ja auch sein.